Being OneIRONaut

Traumreisende (2006)

Die transmediale Künstlerin ONA B. verwandelte den Tanz- und Vergnügungssaal in Eisenerz mit einer poetischen Installation in einen Raum der Möglichkeiten. Aus Fragmenten ihrer luziden Träume (Klarträume) ließ sie eine Raumkomposition entstehen, die an Kindheitsphantasien voller Utopien erinnert. Das Fliegen – das Aufsteigen des Körpers, die „Himmelfahrt“, oder das Gleiten durch die Luft und der Ausblick aus der Höhe – ist oft zentraler Teil solcher Träume, ebenso wie das sich „plötzlich-hoch-hinaus-erheben-können“, um einer bedrohlichen Situation zu entkommen. Traumreisen lassen die Oneironautin bei sphärischen Klängen durch Schleier und Schichten des Unbewussten in phantastische Landschaften schweben, getragen von der Sehnsucht nach Frieden und einer Wiederverzauberung der Welt. In ihren luziden Träumen erscheinen weibliche Wesen amazonengleich als Vorbotinnen der Zukunft, die zusammen mit Booten in unbekannte Höhen gleiten – angelehnt an Charon aus der griechischen Mythologie.
Die aktuellen Entwicklungen in der Welt haben die Verwundbarkeit des menschlichen Körpers und die Zerbrechlichkeit der Psyche sichtbarer gemacht. Die Sehnsucht nach einer „Reparatur der Welt“ ist weiter gewachsen und verführt viele Menschen einfachen Lösungen zu vertrauen, wie inzwischen weltweit zu sehen ist. Dagegen setzt ONA B. Poesie und Widerstand. Die Schaffung von Gemeinschaft und Kollaboration sind für die Künstlerin unverzichtbare Werte, und sie setzt sich mit der Kraft ihrer Sinne dafür ein. Ihre Schicksalsschiffe führen in neue Möglichkeitswelten: Optimistisch legt die Oneironautin das Glück in die Hände der Zukunft und in die Gedankenwelt der Betrachter*innen. Parallel dazu führte ONA B. im FreiRaum Eisenerz mit einer Werkschau dokumentarisch durch wichtige Stationen ihres Werkes und zeigte Arbeiten von 1989 bis 2021. Kuratorin des Projektes war Jil Illmaier / www.eisenZ-ART.at


FOTOS:  © Archiv ONA B.